Tag 62 (Mi., 29.02.2012): "Wenn ich Präsident wäre…"

Macht sich Gedanken über die Zukunft seines Landes: Daniel.
Macht sich Gedanken über die Zukunft seines Landes: Daniel.

Daniel erzählt leise, fast schüchtern, wie er vor vier Jahren eine Weile in Frankreich Ökonomie studierte und dann ein Angebot seines Professors ausschlug, mit einem Stipendium länger da zu bleiben: "Ich mag das französische System nicht. Für meine Doktorarbeit werde ich nach Deutschland gehen." Danach möchte er zurückkommen, hierher nach Madagaskar, vielleicht sogar in seine Heimat im Südwesten. Dann möchte er einen Wirtschaftsplan für die Dörfer entwickeln.

 

"Ich habe Ambitionen für mein Land", sagt der 25-Jährige auf einmal mit kräftiger Stimme. "Niemand kann ein Land in 24 oder 48 Stunden ändern, aber wenn ich Präsident wäre…" Ja, was dann? "Dann würde ich alle Intellektuellen dieses Landes versammeln, für einen Tag, eine Woche. Man muss Veränderungsmöglichkeiten finden, und zwar in allen Bereichen. Also müssen Landwirte, Soziologen, Ökonomen, Juristen und alle anderen kommen. Sie dürften nicht aufhören, bis eine Lösung für das Land gefunden ist." Doch Daniel ahnt, dass das nicht so einfach ist. "Das Problem ist, dass die Intellektuellen die Politik beiseiteschieben." Aber ist er nicht selbst ein Intellektueller auf dem Weg in die Politik!? "Ich möchte nicht wirklich Präsident werden, aber als Wirtschaftsminister könnte ich bestimmt etwas zum Positiven verändern."