Tag 56 (Do., 23.02.2012): La vie en brousse

Zunächst ganz lecker, bis ...
Zunächst ganz lecker, bis ...

Acht Wochen bin ich nun auf Madagaskar – und noch nie war ich so nah dran am wirklichen Leben des Madagassen "en brousse", also im Hinterland. Seit dem Zyklon Giovanna gibt es in Andasibe/Périnet keinen Strom, das Handy lädt man in einem kleinen Shop auf, wenn dort abends der Generator angeworfen wird. Das Haus, in dem ich übernachte, ist zwar luxuriös aus Stein und mit fließendem Wasser, aber ich werde gleich von zwei Kakerlaken begrüßt. Das Mittagessen am nächsten Tag besteht aus Reis mit großen weißen Bohnen und einer Fleischbeilage in Form eines nicht näher zu identifizierenden Insekts. Später gibt es frittierte Bananen von einem Stand im Dorf. Um 19 Uhr, als die Sonne untergegangen ist, hört man überall Menschen singen, vor allem von der Kirche am Bahnhof. Kurz darauf sind die Straßen nicht nur stockfinster, sondern auch still und menschenleer.