Tag 46 (Mo., 13.02.2012): Zyklon

Giovanna am Dienstag, 10h15 Ortszeit © NASA Goddard MODIS Rapid Response Team
Giovanna am Dienstag, 10h15 Ortszeit © NASA Goddard MODIS Rapid Response Team

Giovanna hat ganz schön Wind gemacht: Der Zyklon pfiff Sonntagnacht durch meinen Bungalow direkt am Strand und brachte am Montag ordentlich Regen.

 

Die Sainte Mariens, die Bewohner der Insel, hatten schon am Wochenende vorgesorgt: Der Hotelbesitzer ließ den gesamten Steg zur vorgelagerten Badeinsel zerlegen und abtransportieren; die einzelnen Steg-Platten wurden dann als Wall vor die Bungalows und die Restaurant-Terrasse gestellt. In der Stadt nagelten Einheimische Bretter vor Türen; alle Schulen und fast alle Restaurants blieben am Montag und Dienstag geschlossen.

 

Dennoch war Giovanna im doppelten Sinne einfach nur viel heiße Luft: Die Wellen schwappten nur eine Stunde lang und auch nicht besonders hoch über die Straße Richtung Stadt. Am schlimmsten betroffen war wohl Tamatave, eine größere Stadt an der Küste der Hauptinsel: Mit 194 km/h ist der Zyklon hier übers Land hinweggefegt, hat zahlreiche madagassische Hütten umgeweht, weil diese nur aus Holzlatten, Bambushölzern und einem Palmendach bestehen. Auf Sainte Marie lag am nächsten Tag nur etwas mehr Grünzeug auf den Straßen als sonst, dafür gab es fast zwei Tage weder Handynetz noch Internetzugang. Und im Hotel sind nur ein paar Glühlampen kaputt gegangen, weil die Lampenschirme vor den Bungalows zu sehr umher geschleudert wurden.