Tag 31 (So., 29.01.2012): Bäume pflanzen

Wächst und gedeiht, wenn auch langsam: Patricias Rosenholz-Baum in "Macolline".
Wächst und gedeiht, wenn auch langsam: Patricias Rosenholz-Baum in "Macolline".

"Ich muss nach meinen vier Bäumen schauen", sagt Patricia, als wir nach zwei Stunden Wanderung bergauf erschöpft auf dem Gipfel von "Macolline" ankommen, einem zehn Hektar großen Ökotourismus-Gelände mit noch unberührtem madagassischen Wald. Während der Guide, zwei Französinnen und ich uns über das leckere Gipfelbüffet aus Ananas, Papaya und Jacques-Frucht hermachen, flitzt die Mittvierzigerin davon. Vier Rosenholz-Bäume hat sie vor knapp einem halben Jahr gepflanzt, damals, als sie das erste Mal hierher gewandert ist: einen für sich selbst und jeweils einen für ihre drei Söhne. "Bevor ich nach Madagaskar gekommen bin, um hier für ein Jahr Direktorin der Ecole française in Antalaha zu werden, habe ich jedem meiner Jungen eine Haarlocke abgeschnitten. Die sind nun unter den drei Bäumen. Auch wenn es sich lächerlich anhört: Für mich ist das eine Art Recycling, denn so wird aus Altem Neues." Schnell hat Patricia die Bäume wiedergefunden: dank eines kleinen Metallschilds, auf dem ihr Name und das Datum 08/2011 eingraviert sind. "Viel gewachsen sind sie aber noch nicht." Rosenholz wächst eben langsam. Trotzdem wird nach wie vor auf Madagaskar Rosenholz geschlagen, legal wie illegal.