Tag 26 (24.01.12): Überleben

Eine zentrale Frage meiner Recherchereise ist: Wie können auch die besonders Armen unter den Madagassen helfen, die reiche Biodiversität zu schützen? Wie soll das gehen, wenn sie morgen nichts zu essen mehr haben? – "Nicht morgen, sondern schon heute", ruft Josette Rahantamalala von Conservation International in Madagaskar. Die Non-Profit-Organisation kümmert sich an den Biodiversitäts-Hotspots dieser Erde um den Erhalt der Artenvielfalt und finanziert allein auf Madagaskar Dutzende Projekte von Einheimischen und Ausländern. Trotzdem erreichen die Mitarbeiter und das Geld von Conservation International nicht jeden. Josette sagt aufgebracht und zugleich mit etwas Resignation in der Stimme: "Für die Gemeinden, die in der Nähe eines Waldes leben, ist klar: Der Wald ist ihr Supermarkt! Bäume für Feuerholz. Blätter, Früchte, Wurzeln zum Essen, sogar Lemuren. Und Medizinalpflanzen gegen Krankheiten. Wo sollen sie sonst auch hingehen zum Einkaufen? Sie können nur nach nebenan, in den Wald. Nur so können sie überleben." Was zählt schon ein Baum oder Lemur im Vergleich zu einem Menschenleben?