Tag 23: Piraty – Piraten

Es gab natürlich auch afrikanische Piraten; das Piratenmuseum in Tana hat aber nur diesen einen an Bord.
Es gab natürlich auch afrikanische Piraten; das Piratenmuseum in Tana hat aber nur diesen einen an Bord.

Wir lagen vor Madagaskar

Und hatten die Pest an Bord.

In den Kesseln, da faulte das Wasser.

Und täglich ging einer über Bord.

 

Dieses Lied gehört zu den ersten Dingen gehören, die einem zu Madagaskar einfallen: "Das haben doch die Piraten gesungen ..." Dabei hat das Lied gar nichts mit Piraten zu tun, erzählt Nirina vom Piratenmuseum in Tana in fließendem Deutsch: "Während des Kriegs zwischen Russland und Japan Anfang des 20. Jahrhunderts war ein russisches Schiff vor der Insel Nosy Be im Nordwesten Madagaskars liegengeblieben. Deutsche haben die überlebenden Russen gerettet."

 

Nach einer zweistündigen Führung wird auch klar: Piraten waren nicht nur abenteuerlustige, geldgierige Bösewichte, sondern durchaus ein demokratisches Völkchen. Der Kapitän wurde gewählt und durfte nur dann eine Sonderstellung einnehmen, wenn gerade ein Schiff gekapert oder an Land ein Dorf geplündert wurde. Es gab eine Art Berufsunfall-Versicherung, so dass ein Pirat mit Geld für ein verlorenes Auge entschädigt wurde und wenn im Kampf eine Hand abhandenkam. Außerdem wurden die Invaliden-Piraten nicht verscheucht, sondern sie waren weiterhin ein Teil der Gemeinschaft, und sei es nun als Koch. Emanzipiert waren die Piraten hingegen nicht: Piratinnen mussten sich verkleiden, um ja nicht aufzufallen, denn darauf stand die Todesstrafe. Anne Bony hingegen, eine 1697 geborene Irin, flog schnell auf – sie war die Freundin des Kapitäns.