Tag 3: Baguette gesucht, neue Freunde gefunden

Blick auf Tanas Zentrum.
Blick auf Tanas Zentrum.

Zwei Stunden war ich gestern mit einem Taxifahrer unterwegs – ein wenig Sightseeing. Erster Stopp: der 1872 gebaute Palast des einstigen Premierministers Rainilaiarivony – das aber samt integriertem Museum geschlossen ist, seit die dort verwahrte Krone der Königin verschwunden ist. Zweiter Stopp ein paar hundert Meter weiter: der Palast der Königin Ranavalona I. – der aber auch nicht geöffnet war, zum einen weil der hölzerne Palast 1995 abgebrannt ist, so dass nur das Steingebäude drumherum erhalten geblieben ist, zum anderen, weil es seit der Rekonstruktion und wegen des Feiertages noch nicht wieder zugänglich ist. Immerhin bot der Aussichtspunkt einen herrlichen Blick über die Stadt.

 

Als der Taxifahrer mich wieder am Hotel abgesetzt hat, wollte ich ein Baguette als Mittagssnack kaufen – doch nirgends gab es etwas zu essen. Selbst das Bistro des Hotels hatte geschlossen, und auch auf den Straßen waren keine Stände. Nach einigem Suchen entdeckte ich einen kleinen Aufsteller mit dem Mittagsmenü. Tatsächlich: In einem Hinterhof stand eine Eis-Theke mit Kuchenstücken darin, ein Madagasse kochte auf einer offenen Feuerstelle – und dahinter war ein kleiner Raum mit einem Tisch voller Menschen. "Ist hier geschlossene Gesellschaft?", fragte ich vorsichtig. "Nein, nein. Setz' dich zu uns." Es stellte sich heraus: Sie sind vom US-amerikanischen Peace Corps. Kaum hatte ich erzählt, dass ich in den nächsten drei Monaten auf der ganzen Insel über Biodiversität und Umweltschutzprojekte recherchieren möchte, schrieben sie mir eine Liste: wer von ihnen wo was macht und dass ich unbedingt vorbeikommen solle. Welch glücklicher Zufall!

 

Am Abend trafen wir uns dann erneut zum Essen. Auf dem Weg dahin habe ich mich zwar verlaufen, aber ein Einheimischer, den ich nach dem Weg gefragte hatte, brachte mich dann persönlich bis zur Restauranttür. Diesmal waren noch mehr von der Peace Corps-Truppe gekommen: gut anderthalb Dutzend. Fast alle von uns bestellten schließlich ein Sandwich. Doch dann kam die Kellnerin zum Tisch zurück: "Entschuldigung, aber wir haben kein Baguette mehr."